Unter Gras und Fach
Energiesparen hat viele Dimensionen. So fängt es damit an, dass man beim Kochen den Deckel auf den Topf legt und nicht das ganze Untergeschoss beleuchtet, während man oben ein Fernsehnickerchen macht. Doch wem nach Größeren zu Mute ist, der kann statt über Energiesparlampen auch mal über Energiesparhäuser nachdenken.
Energiesparhäuser sind darauf ausgelegt durch ihre Bauweise den Energiebedarf maximal zu reduzieren, beziehungsweise bestehende Energien optimal zu nutzen oder sogar welche selbst zu produzieren. Wie man mit seinem Haus energie sparen kann, fassen wir hier einmal zusammen.
Das Passivhaus
Wie der Name schon vermuten lässt, ist das Passivhaus so konzipiert, dass es sowieso bestehende Energien möglichst optimal nutzt. Durch eine optimierte Dämmung und ein hausinternes Belüftungssystem wird Wärme, die aus der Nutzung von elektrischen Geräten abstrahlt oder durch Menschen in den Raum gelangt, gespeichert, im Haus verteilt und so zum Heizen genutzt. Zudem sollen große Fenster, die auf den Sonnenverlauf abgestimmt sind, viel Sonnenlicht in das Haus lassen, welches zum einen den Großteil der Beleuchtung überflüssig macht und zum anderen ebenfalls für zusätzliche Wärme sorgt.
Das Erdhügelhaus
Schnell kommen einem Assoziationen mit den Hobbithäusern aus Herr der Ringe in den Kopf, wenn man vor einem Erdhügelhaus steht. Denn zunächst erinnern sie an kleine oder große Grashügel, über die man spazieren könnte oder die man im Winter zum Schlittenfahren nutzen könnte, nurjedoch mit Fenstern und Türen. Ein Erdhügelhaus besteht aus einem halbrunden Hauskern, über den in einem breiten Bogen ein Dach gezogen ist, das mit Erde überschüttet wird und mit Gras und Blumen bepflanzt werden kann. Die Erdschicht ist dabei bis zu drei Meter dick und hat so übermäßig gute Isolierungseigenschaften, so gut, dass das Haus selbst im frostigen Winter bei - 15°C und abgeschalteter Heizung über Wochen nicht unter + 3°C abkühlen würde.
Durch diese Bauweise ergibt sich zum einen eine sehr individuelle Optik, der Begriff Dachgarten gewinnt eine völlig neue Dimension, aber vor allem hat ein solches Haus somit nur einen minimalen Heizenergiebedarf. Die temperierende Erdanschüttung sorgt von selbst im Sommer für ein angenehm kühles Klima und lässt das Haus im Winter gemütlich warm werden.
Der Heizenergiebedarf ist so gering, dass er auch gut völlig autark über eine eigene Solaranlage oder einen Kachelofen gedeckt werden kann. Zudem sind Erdhügelhäuser sehr wetterbeständig und halten ohne Schäden problemlos Stürme und Hagel aus. Es gibt keine kleinen Teile, die vom Dach wehen könnten und Wartungs- oder Reperaturmaßnahmen sind so gut wie nie nötig.
In der Planung ist man zudem sehr frei, denn das Haus als solches trägt sich über das Gewölbe bereits selber und es sind keine weiteren tragenden Wände notwendig. So kann man den Grundriss ganz frei nach Belieben gestalten und auch relativ simpel später einmal wieder umändern.
Ein Erdhügelhaus ist also nicht bloß sehr umweltfreundlich, sondern auch äußerst unkompliziert und günstig in der Pflege. Und gut aussehen tut es allemal, denn wer kann schon behaupten eine Blumenwiese auf dem Dach zu haben?
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